KinderRechteBildung                       Workshops | Seminare | Kontextualisierung

Mag.a phil Zuzana Kobesova


Kinder haben Rechte. Sie sind aber auf Unterstützung und Schutz durch Erwachsenen angewiesen.

Kobes' family cc BY SA
Kobes' family cc BY SA

 

Gestalten wir mit, was Kinder sich für diese Welt wünschen:

 

"Wir versprechen, uns gegenseitig mit Würde und Respekt zu behandeln."

 

"Wir versprechen, offen und einfühlsam gegenüber unseren Unterschieden zu sein."

 

"Wir sind geeint in unseren Bemühungen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen." 

(Auszüge aus "Wir sind die Kinder dieser Welt." Botschaft der Kinderdelegierten vom Weltkindergipfel in New York 2002)


Wozu Kinderrechte...

(c) Zuzana Kobesova cc BY SA
(c) Zuzana Kobesova cc BY SA

In unserem Alltag sind wir in ein Beziehungsgeflecht verwickelt, das gegenseitigen Respekt voraussetzt. Kinderrechte lebbar zu machen ist daher ein Anspruch, der sich an alle gleichermaßen stellt. Kinderrechtliche Professionalisierung und Reflexion verhelfen zum gelungenen Umgang mit dem jeweiligen Gegenüber.

 

Zum Angebot         ...

 

 

 

 

 

 

Kinderrechte in Pädagogik und weiterem Bildungsraum reichen in weite Sphären unseres Umgangs mit Kindern und Jugendlichen hinein: Alle, die für oder mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sollten sich mit Kinderrechten auseinander gesetzt haben. Weil PädagogInnen, Eltern und Kinder selbst dies zentral betrifft, widmet sich unser Angebot insbesondere diesen Personengruppen.

Zur Person           ...

 

 

Selbstverständnis

Mag.a Kobesova versteht sich als bildungswissenschaftlicher practitioner im Feld der Kinderrechte.

 

Interessen

...bildungstheoretische und bildungspraktische Lektüren, Workshops zu Kinderrechten, zu Lernen und Lernbegleitung; Wissenschaftscoaching.

 

Erfahrung

Sie hat langjährige Erfahrung in der Planung, Durchführung und Nachbereitung von Seminaren, Workshops und Tagungen sowie in der Lernbegleitung, -förderung und Kinder- und Lernbetreuung.



Veranstaltungen

Abenteuer der Schreibnacht

Habt ihr bei euch schon eine dichterische Ader entdeckt? Ich wusste jedenfalls nichts davon. Eine Schreibnacht sollte mich des Besseren belehren - jeder kann dichterisch werden! Wir schrieben zunächst ohne Pause einfach darauf los - für jemand mit wissenschaftlicher Prägung durchaus ungewöhnlich! Und dann ging es ins Feld: die U-Bahn. Aus Beobachtungen, Notizen und Stimmungen konnte dann etwas Schönes entstehen:

 

Metropolit(r)ain*

© Zuzana Kobesova

 

Ich bin ein Wagon, mich bewohnen Geräusche. Motor, Reibung, Klima, Durchsagen, Bremsen und Menschen. Geräusche erzählen über den Tag und über mich. Ohne Geräusche bin ich kein ich. Jeden Tag werde ich anders. Und das Andere wird auch anders.

Am Abend erwachen die Menschen, pulsieren und übertönen die Geräusche der Technik. Sie behaupten sich, erobern mein Inneres. Manche erobern es mit Stille, Starre, manche mit regem Gesprächsrauschen. Ich höre zu und höre, wo sie waren, wohin sie gehen und was danach noch passiert.

Manche erobern mich mit magischer Stille, die am Stecker der Kopfhörer beginnt. In die Ohrmuschel eingesteckt, vielleicht noch die Passung mit Brille prüfen und es kann losgehen mit der Handystarre. Dies Menschen tarnen sich als mein Inventar für die kurze Zeit der Fahrt. Sie breiten sich mit Jacken, Taschen, kleinen und großen Koffern auf Sitzen aus: 'Halte Distanz zu mir. Auch du, Durchsage, störe meine Wellen nicht!' Für manche sind Kopfhörer und Handy das Herz des Lebens und das Fenster in die Welt - eCard, Personalausweis beherbergt die Handyhülle, Freunde, Kontakte, Erinnerungen das Handy selbst. Manche passen sich durch Starre der Umgebung an, manche simulieren die Naturgesetze und reagieren auf jede kleine Beschleunigung, Bremsung - wie Bäume im Wind, wie Korallen am Riff. Steigen sie aus, wachen sie auf und werden lebendig. Sie sind wieder frei.

Andere erfüllen mich mit allem, was mich nicht ausmacht. Sie tun alles, was ich nicht kann und auch das, was ich nicht möchte, dass man tut. Nun, diese Eroberer sind Entdecker. Nein, keine Entdecker, sie sind Erfinder. Sie erfinden mich als Lebensraum. Sie ignorieren meine Unfähigkeiten und quatschen unentwegt. Sie sprechen über Handy, nicht mit dem Handy. Sie finden Kopfhörer langweilig, diskutieren Handyeinstellungen, Fotos, was wo zu sehen, zu finden und zu tun ist - kurz: sie verhandeln das Leben. Mit ihnen atme ich bewusst durch meine Fenster - jedes Mal ein Lebensvollzug. Das Grundrauschen wird belanglos und meine Erfinder erfinden auch andere Erfinder. Fremde Menschen sprechen plötzlich miteinander - und das ohne jedes verbindende Kabel oder Übertragungssignal des Handys. Kurze Begegnungen versprühen Freundlichkeit, erhellen meine Wände, obwohl es längst schon dunkel geworden ist. Nur bis es "Endstation" heißt. Da legt sich eigentümliche Nervosität über den Raum, ein Nebel aus rastloser Ruhe vorm baldigen Aussteigen-Müssen erfasst die Menschen. Aus ist es für heute. Ein Mann starrt mich durch die Anzeigetafel an - große wässrige Augen schauen mich für einen ewigen Augenblick ratlos an. "Bitte aussteigen, Endstation. Auf Wiedersehen." Ja, so verabschiede ich mich, unerkannt und doch omnipräsent mit der Stimme der Durchsage.



[*] „Mutterstadt“-Metro abgeleitet von: französisch métro, Kurzform von (chemin de fer) métropolitain= Stadtbahn und lateinisch metropolis < griechisch mētrópolis, eigentlich = Mutterstadt. Kurz gesagt: Ein Hoch auf Wiener U-Bahnen und das Verkehrsleben! Erstellungsdatum: 22.03.2019.

  

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Metropolit-r-ain
Autorin: Zuzana Kobesova
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Kinderrechte in Lehrplänen? - ein Artikel im Sammelband widmet sich dem "Fall Österreich"...

Der Sammelband trägt einen langen Titel: "Beziehungen in pädagogischen Arbeitsfeldern und ihren Transitionen über die Lebensalter". Nicht sofort denkt man dabei an Kinderrechte. Spricht man über Beziehungen in unterschiedlichen Lebensphasen und unterschiedlichen Kontexten, kann es oft ähnlich allgemein werden wie bei der Rede über Kinderrechten. Erstaunlich konkret könnte es allerdings anmuten, wenn Kinderrechte mit den Lehrplänen der Schulen und den Curricula der PädagogInnen-Ausbildungen in Zusammenhang gebracht werden. Es könnte sogar sein, dass die Konkretion so weit geht, dass man manchmal hofft und sich Mut zuredet: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." (Ingeborg Bachmann)

Professionelle Beziehungsgestaltung schafft einen Interaktionsrahmen, der eine wesentliche Voraussetzung erfolgreicher Bildungsprozesse darstellt (siehe Vorwort, S. 9). Kinderrechte werden dabei als Regelwerk und Leitmotiv für pädagogische Praxis angesehen, um eine kinderrechtefreundliche Beziehungskultur in Österreichs Schulen zu fördern und (weiter) zu entwickeln. In diesem Kontext lassen sich Kinderrechte in dreierlei Hinsicht verstehen: als Orientierungsrahmen für die pädagogische Beziehungsgestaltung in alltäglicher Handlungspraxis, als expliziter Unterrichtsinhalt mit partizipatorischem Einsatz sowie als Steuerungsinstrument innerhalb der Lehrpläne.

 

Danke an die Mitautorin Prof. Ilse Schrittesser sowie an die Herausgeberin Prof. Helga Fasching für die Möglichkeit der Mitwirkung! 

 

Artikel: "Einblicke in die Praxis der Kinderrechte in der Schule: Der Fall Österreich" (Seite 79-96).

Erscheinung und Verlagsinformation zum Sammelband siehe unter: https://www.klinkhardt.de/verlagsprogramm/2297.html 

Vorarbeiten zum Artikel siehe hier.

Visitenkarte Menschenrechtsbildung

 

 

Man kennt es allzu gut: Oft hat man Dinge lange vor und gerade das Wörtchen "lange" macht es dann das unausstehlich schlechte Gewissen. Umso größer ist allerdings die Freude, wenn man sich endlich überwunden hat. So auch bei mir. Endlich brachte ich meine Visitenkarte in eine nette Form. Der nächste Schritt - das Drucken - wird hoffentlich nicht mehr so lange auf sich warten lassen...

Kinderrechte auf Ausflug in Zellerndorf

Reise auf den Kinderrechte-Planeten; Foto: Zuzana Kobesova
Reise auf den Kinderrechte-Planeten; Foto: Zuzana Kobesova

 

Wer hätte gedacht, in welche Winkel Österreichs die Kinderrechte noch einen Ausflug wagen. Das malerische Städtchen aus der Region der Kürbise im Bezirk Hollabrunn - Kürbisfest ist schließlich das Markenzeichen von Retzer Land - hat einen Bildungscampus  (VS und NMS) mit einer integrierten Bibliothek. In Kooperation mit Amnesty International sensibilisierte ich mit zwei weiteren Kollegen Kinder und Jugendliche ab ca 11 Jahren. Wir flogen auf einen besonderen Planeten. Einen auf dem Kinderrechte Wirklichkeit sind und an welchem es nicht nur ein Traum ist, als Kind respektiert zu werden. 

 

Das Beste allerdings ist, dass ähnlich wie schon bei der Kulturbrücke Fratres auch hier Kinderrechts-Kunstwerke gemacht werden dürfen. Diesmal auch als Aufsätze und Essays. Wir sind gespannt auf den 8.3.2019 und die Eröffnung der Ausstellung.

Filmscreening der ÖH Wien: Janusz Korczak und Kinderrechte

 

Die ÖH der Universität Wien - die Zentrumsvertretung und die Basisgruppe Lehramt - hat sich im WS2018/19 etwas Besonderes für die Lehramtsstudierenden einfallen lassen: In ihrer Filmreihe thematisiert sie wunde Punkte österreichischer Bildungslandschaft. Man darf sich wahrscheinlich als künftigeR LehrerIn fragen: Wie funktioniert das Schulsystem und wieso gerade so? Was werde ich tun, wenn in meiner Klasse Rassismus offensichtlich wird? Was bedeutet für mich als LehrerIn Inklusion im Klassenraum zu fördern?

 

Solche Fragen können ohne Kinderrechte kaum diskutiert werden. Ja, was sind denn die Kinderrechte? Um über die Idee zu erfahren, habe ich und Prof. Ilse Schrittesser einen besonders anschaulichen Film gewählt. Wer, wenn nicht Janusz Korczak könnte uns über die Mühen erzählen, die der Einsatz für Kinderrechte bedarf? Eine eindrucksvolle Lektüre, noch eindrucksvollere Diskussion und Erkenntnisse ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2018! 

 

 

(Janusz Korczak war ein Kinderarzt und Pädagoge, der sich derart für Kinder und Kinderrechte einsetzte, dass er gemeinsam mit ca. 200 Kindern aus seinen Waisenhäusern in die Gaskammer stieg. Im Gedenkjahr 1918-1938-1968 führt diese Tatsache besonders anschaulich vor den Augen, welche  gesellschaftspolitische Bedeutung den Kinderrechten zukommt.)

Enttäuschung: Kinderrechte-Preis der KIJA NÖ wird 2018 verliehen

Nach intensiven Vorbereitungen für unseren Kinderrechte-Tag im Rahmen der Kulturbrücke Fratres (16.06.2018) und einer umfassenden Erarbeitung der Einreichunterlagen war unsere Enttäuschung groß, als wir erfuhren: Der Kinderrechte-Preis der Kinder- und Jugendanwaltschaft NÖ (KiJa NÖ) wird im Jahr 2018 gar nicht verliehen! Und diese Information erreicht uns ohne jede Vorwarnung - nur einen Tag nach der Deadline (30. 09. 2018). Die scheinbar tröstende Antwort: Aus "internen Gründen" kann heuer keine Preisverleihung stattfinden, Ihre Unterlagen werden aber im Jahr 2019 berücksichtigt.

 

Lachen oder Weinen? - das war unsere Frage. Denn Abgesehen von der desaströsen Symbolwirkung in Sachen Kinderrechte blieben viele Unklarheiten zurück: Was ist, wenn die Einreichbedingungen sich ändern? Nach welchen Kriterien wird (dann) entschieden? Was ist, wenn wir uns selbst mit einem aktuelleren Projekt konkurrieren - wird uns die Initiative zum Verhängnis? Dürfen wir aufgrund der so kurzfristigen Absage der Preisverleihung auf Kulanz hoffen? Nein und alle anderen Fragen sind noch völlig offen.

Mit dieser Optik liegt nun die Befürchtung in der Luft: Kinderrechte werden eng an die Regierungspolitik geschnürt, Initiativen der NGOs, Einzelner etc. werden durch staatliche Vorgaben deklassiert oder an das Gewünschte hin breitgeschlagen, die Preisverleihung eher eine Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit als der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und zu guter Letzt die Arbeit einer wichtigen Kinderrechte-Organisation noch juristischer als sie ohnehin schon sind. Am Ende überkommt mich doch noch das Lachen: Oh, wie froh ich nur bin, keine Glaskugel in die Zukunft zu haben!